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PrittStift
Verfasst am: 14.01.2010, 20:57 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 16.01.2006 Beiträge: 468
Ich habe am 3. Dezember eine Mail zur Gepa geschickt. Hintergrund ist, dass es mir aufgefallen ist, dass das Papier der Gepa so blütenwei? ist. Briefumschläge, Rechnungen und Broschüren kommen auf blütenwei?em Papier. Briefumschläge tragen keinen Blauen Engel. Mir war schon vor Jahren auf dem Gepa Workshop auf der Toilette im RFZ West aufgefallen dass auf der Packung des Klopapiers "aus hygienischem Zellstoff" stand. Was "hygienischer Zellstoff" bedeutet wissen die meisten. Die Gepa sollte auch wissen dass man "fürs Geschäft" nicht den Regenwald abholzen lassen sollte. Für mich gehört Nachhaltigkeit/Umweltschutz untrennbar zum Fairen Handel.



Hier meine Mail an die Gepa:



Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebes Team der Gepa!





Mir fällt immer häufiger auf, da? das Papier welches von der Gepa für Broschüren, Briefumschläge und Rechnungen/Lieferscheine verwendet wird keinen Hinweis auf die Papiersorte trägt. Alles ist blütenwei? bzw. glänzt richtig. Früher trugen die Briefumschläge der Gepa den Blauen Engel und auf den Broschüren fand man den Hinweis "100% Recyclingpapier". In Zeiten in denen der Klimaschutz bei immer mehr Unternehmen eine grö?ere Rolle spielt und immer mehr Verbraucher/innen zu Ökostromanbietern wechseln habe ich Fragen an die Gepa:





In wie weit spielen ökologische und soziale Gesichtspunkte beim Einkauf der Gepa, bei Produkten und Dienstleistungen von Produkten aus Deutschland/Europa (wie z.B. Büromittel, Druckerzeugnisse, Fahrzeuge, Hygienepapier, ...) eine Rolle? Gibt es einen Umweltbericht, wie in vielen gro?en Unternehmen? Achtet die Gepa beim Einkauf und im Versand auf Nachhaltigkeit und Vermeidung von Abfällen? Bezieht die Gepa Ökostrom? Wie hoch ist der Recyclingpapieranteil beim Papiergesamtverbrauch?



Ich freue mich auf ehrliche Antworten und hoffe da? ich nachher nicht negativ überrascht bin Smile







Nach 14 Tagen ist nur eine kurze Antwort gekommen. Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens in der Vorweihnachtszeit wurde ich um Geduld gebeten und mir wurde eine Antwort im neuen Jahr zugesichert. Es wurde aber geschrieben, dass... die Gepa "umweltbewu?t (ist), auch beim Papier - auch wenn es nicht mehr drauf steht. Vermutlich war es für uns so

selbstverständlich, dass wir es irgendwann weggelassen haben."





Diese Antwort hat mich erstmal nicht zufrieden gestellt zumal bis heute (40 Tage nach der ersten Mail!) keine weitere Antwort gekommen ist. Ich erwarte von einem Fair Handelshaus, dass auf solch einfach zu beantwortende Fragen (siehe weitere oben) konkret und direkt geantwortet wird.





TransFair hat mir vor etwa drei Jahren auf eine ähnliche Mail innerhalb von zwei Tagen geantwortet. Heute druckt TransFair auch wieder auf Recyclingpapier und verwendet für Broschüren einen Mix aus Recyclingpapier und Papier aus kontrollierten Herkünften.



Arrow Wei? jemand von euch wie es bei anderen Impotueren oder bei der Gepa aussieht? Hat jemand andere Infos? Question


Zuletzt bearbeitet von PrittStift am 16.01.2010, 12:58, insgesamt einmal bearbeitet
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PrittStift
Verfasst am: 16.01.2010, 12:55 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 16.01.2006 Beiträge: 468
Jetzt habe ich eine ausführlichere Antwort mit fünf Anlagen bekommen. Finde ich sehr gut!



Ein Auszug aus der Antwort der Werbeabteilung:

Zitat:
Die Recherche dessen hat in einigen Fällen leider einwenig Zeit in

Anspruch genommen, da nur für meinen Bereich etwas sagen kann:

- über 60% der GEPA-Produkte sind ökologisch nachhaltig

- bei Produkt-Verpackungen, Displays ect. gehen wir, wann immer es

möglich ist, auf umweltfreundliche Materialien z.B. sortenreine Folien

Kaffee (s. auch Anlage). Unsere Itl. Espressis können wir z.Zt. noch

nicht ohne Alu-Folie bekommen - aber wir arbeiten daran.

Im Teebereich nutzen wir handgeschöpftes Papier/Körbchen.

Im Honigbereich werden u.a. Papier-Etiketten verwendet.

- unsere Drucker sind nach ISO-Normen ausgerichtet

- Aspekt 'Ökologie' beim GEPA-Gebäude (s. auch Anlage); im Bau selbst

wurden z.B. umweltfreundliche Farben, Tapeten ect. verwendet

- Blockheizkaftwerk zur Energieversorgung (s. Anlage)

- im Unternehmen trinken wir zu unserem Kaffee/Tee nur Bio-Milch.

- im Druckbereich nehmen wir weitestgehend Recyling-Papier. Nur bei

Plakaten gehen wir wegen der Bildqualität auf Bilderdruckkarton.




Auszug aus einer Anlage:

Zitat:
Umweltverträglichkeit gehören zu den Grundprinzipien der GEPA; das gilt auch für die Beschaffung, die optimiert werden soll. Das ist ein Entwicklungsprozess und vieles ist schon realisiert worden:



? Die GEPA hat in ihrem neuen Firmengebäude ein mit Rapsöl betriebenes Blockkraftheizwerk. Das Rapsöl stammt aus Nordeuropa oder Nordamerika. Dabei wird Strom eingespeist zur allgemeinen Nutzung; die dabei erzeugte Wärme wird für den Eigenbedarf genutzt, z.B. zur Lagerkühlung (zur CO2-Einsparung s. Abbildung des Generators Anlage 43a)

? Bei Printmedien (Flyern, Broschüren, Präsentationsmappen, Briefpapier und Visitenkarten) achtet die GEPA auf chlorfrei gebleichtes Papier mit einem Recyclinganteil von 80 Prozent. Die Druckereien, mit denen die GEPA kooperiert, suchen die umweltfreundlichsten Materialien für die Printmedien

? Kopierpapier nach IS0 14001 (Environmental Management System)

? Umweltfreundliches Toilettenpapier (blauer Umweltengel) und umweltfreundliche Papierhandtücher

? Umweltfreundliche Reinigungsmittel mit europäischem Umweltsiegel

? Büromaterialien werden häufig beim Öko-Büroversand MEMO bestellt

? Umstellung auf Bio-H-Milch für die GEPA-Kaffeeautomaten

? Die GEPA tagt in Bildungsstätten oder Hotels, die selbst auf bio-faire Beschaffung achten

? Bei eigenen Veranstaltungen achtet die GEPA beim Catering auf bio und fair und versucht, auch die eigenen fairen Bioprodukte ins Catering zu integrieren

? Ökologischer Lagerschutz: Zur Schädlingsbekämpfung (z.B. zur Bekämpfung von Motten) werden beispielsweise Pheromone eingesetzt (s. Anlage 43a Auftragsbestätigung Deutsche Gesellschaft für "Deutsche Gesellschaft zur Schädlungsbekämpfung", 43b "Naturland Richtlinien Verarbeitung)

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Tobias
Verfasst am: 17.01.2010, 15:36 Antworten mit Zitat
GAU - Größter anzunehmender User Anmeldedatum: 21.01.2006 Beiträge: 291
PrittStift hat Folgendes geschrieben:
Jetzt habe ich eine ausführlichere Antwort mit fünf Anlagen bekommen.
Zufall? - oder wird diesem Forum doch mehr Bedeutung zugemessen, als es manchmal den Anschein hat?
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Moe
Verfasst am: 17.01.2010, 19:34 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 15.01.2006 Beiträge: 66 Wohnort: München
anscheinend schon.



@Prittstift: Kannst du mir die Mail mal weiterleiten? Vor allem die Anlagen würden mich interessieren



Grü?e

Moe

_________________
Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht solltest du den Kopf nicht hängen lassen
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PrittStift
Verfasst am: 17.01.2010, 20:03 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 16.01.2006 Beiträge: 468
Oh! Ich muss dazu sagen, dass ich mit meinem ersten Eintrag hier im Forum gleichzeitig eine Erinnerung per E-Mail an die Gepa mit der Bitte um Beantwortung meiner Fragen geschickt habe! Es wird wahrscheinlich an meiner E-Mail gelegen haben, dass die dann direkt geantwortet haben.



Aber ich glaube schon, dass von der Gepa und anderen hier mit gelesen wird. Wir leisten hier in dem Forum ja preiswertes Marketing und Gepa&Co. profitieren von Insider- und Kundenberichten.



@moe, mache ich gleich direkt. Kann ich dir auch schicken Tobias, falls du magst.
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PrittStift
Verfasst am: 06.03.2011, 20:00 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 16.01.2006 Beiträge: 468
Die Ansätze der GEPA sind nett. Entsprechen aber nicht meinen Erwartungen an ein führendes Fair-Handels-Unternehmen. Einige Antworten der GEPA sind nichtssagend:



Zitat:
- unsere Drucker sind nach ISO-Normen ausgerichtet


Jeder Drucker entspricht irgendeiner norm. Die ISO-norm hat nichts mit besonderer Umweltfreundlichkeit zu tun.



Zitat:
Im Honigbereich werden u.a. Papier-Etiketten verwendet.


Woraus sollten die Etiketten sonst bestehen? Die bestehen immer aus Papier. Der Imker bei uns vor Ort verwendet sogar Pfandgläser.



Zitat:
Bei Printmedien (Flyern, Broschüren, Präsentationsmappen, Briefpapier und Visitenkarten) achtet die GEPA auf chlorfrei gebleichtes Papier mit einem Recyclinganteil von 80 Prozent. Die Druckereien, mit denen die GEPA kooperiert, suchen die umweltfreundlichsten Materialien für die Printmedien


100% Recyclingpapier, ganz ohne Chlor-bleiche sind beim kompletten Papierbedarf möglich. Die Gepa sollte besser die Druckerei wechseln, wenn ein druck auf 100% Recyclingpapier nicht möglich ist oder zumindest auf einen zertifizierten Frischfaseranteil bestehen.



Zitat:
Kopierpapier nach IS0 14001 (Environmental Management System)
Sagt nichts darüber aus, ob das Papier aus 100% recyclingpapier besteht. 100 % Recyclingpapier ist immer die beste Lösung.



Die Gepa kann mehr tun für die Umwelt, ohne dadurch mehr Geld ausgeben zu müssen.
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