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udo
Verfasst am: 04.03.2011, 13:56 Antworten mit Zitat
Bronze Mitglied Anmeldedatum: 11.12.2010 Beiträge: 19 Wohnort: Neu-Isenburg
Im Mai gibts ja den Aktionstag von Faitrade + Naturland "öko + fair ernährt mehr".

Ich bin sowieso dafür den Aspekt, dass der grösste Teil unserer Produkte das Bio Siegel trägt, stärker zu bewerben. Kürzlich hatte ich erst gelesen wie sehr Öko-Produkte Marktanteile gewinnen. Warum sollen wir nicht auch davon profitieren. Meine Frage, wie gehe ich mit der Problematik um, dass ein Grossteil unserer Produkte von weit her angeliefert wird ? Bei Produkten die es hier in Europa nicht gibt, stellt sich die Frage natürlich nicht.

Bisher hatten wir meines Wissens bei uns noch keine diesbezügliche Diskussion, auch nicht mit Kunden.

Trotzdem, ein bisschen etwas von einem Spagat hat das dann schon. Oder ?
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PrittStift
Verfasst am: 06.03.2011, 20:10 Antworten mit Zitat
Site Admin Anmeldedatum: 16.01.2006 Beiträge: 468
Bio ist gut. Ich finde aber, das der Anteil an bio-Produkten im fairen Handel hoch genug ist. Es gibt viele Verbraucher, die den fairen Handel unterstützen wollen, die aber keine typischen bio-Kunden sind. dem weltladen-Kunden ist es in erster Linie wichtig Produkte aus fairem Handel zu kaufen. Faire Produkte sind teurer, bio+fair ist noch mal teurer. Will der faire Handel möglichst viele Menschen erreichen muss er auch Produkte anbieten die einen angemessenen Preis haben, auch für Menschen die sich nicht alles leisten können.



Ich persönlich gebe gerne mehr Geld aus für bio+mehr. Ich esse aber genau so gerne ein Brot mit Lacandona-Hoinig, trinke gerne einen CafÈ Aha und Abends einen Goue Vallei RosÈ (alles keine Bio-Produkte).



Ich habe mal beim Marktführer, der GEPA, nachgefragt wie sehr denn die internen Abläufe umweltschonend ablaufen. Ob es einen Umwelschutzbeauftragten gibt. Ob es eine Klimabilanz für die Produkte gibt. Leider habe ich nur unzureichende Antworten erhalten. Es gibt keinen Umweltschutzbeauftragten. Es gibt für die einzelnen Produkte keine Klimabilanz. Hier habe ich die Antwort: http://www.fairsp.redio.de/viewtopic.php?t=228&sid=2dfc5a2e1732facb96f44301ffb73a45 Von den Antworten der Gepa war ich eher enttäuscht.







Bio-Produkte sind im Trend bei der GEPA. Die Bio-Produkte der Gepa übertreffen meist die EU-Anforderungen zum ökologischen Landbau (tragen das Naturland-Logo). Das sollte herausragend betont werden.



Jetzt zum Thema:

Zitat:
(...)wie gehe ich mit der Problematik um, dass ein Grossteil unserer Produkte von weit her angeliefert wird(...)


Leider gibt es hierauf wenig Antworten der Importeure. Wei? da jemand anders etwas? Gibt es eine Klimabilanz z.B. für Lacandona-Honig oder Mascobado-Zucker?



Von TransFair gibt es dazu Informationen:

http://www.transfair.org/top/materialien/download.html?tx_jppageteaser_pi1[backId]=166





Aus "Der Klimawandel als neue Herausforderung für den Fairen Handel": http://www.transfair.org/fileadmin/user_upload/materialien/download/fairtrade_statements_klimawandel.pdf



Zitat:
Häufig ist der Einwand zu hören, dass es gerade in Zeiten des Klimawandels fragwürdig sei, Produkte aus weit entfernten Ländern zu kaufen. Diese Argumentation trifft nicht zu, da gerade bei Nahrungsmitteln die Produktion und Verarbeitung eine wichtigere Rolle für den Klima‐Fu?abdruck spielen als die Herkunft. Rohzucker aus Fairtrade‐Produktion in Paraguay verursacht inklusive

Transport rund 40 Prozent weniger Treibhausgas‐Emissionen als Zucker aus Schweizer Zuckerrüben. Rosen aus Afrika verursachen inklusive Transport deutlich weniger Emissionen als Rosen aus holländischen Treibhäusern.6,7 Da warmes Klima und viel Handarbeit die Emissionen im Anbau stark verringern, ist es häufig so, dass der Anbau im Süden auch unter Berücksichtigung des Transports aus

einer Klimaschutz‐Perspektive besser abschneidet. Eine aktuelle Studie zu Nahrungsmitteln in den USA hat überdies gezeigt, dass im Durchschnitt nur 11 Prozent der Emissionen auf den Transport und 83 Prozent auf die Produktion zurück zu führen sind.




pdf-Datei zu "fair+bio





So... der Tatort ruft! Bis Montag
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udo
Verfasst am: 07.03.2011, 20:59 Antworten mit Zitat
Bronze Mitglied Anmeldedatum: 11.12.2010 Beiträge: 19 Wohnort: Neu-Isenburg
Vielen Dank, für die diversen Infos. Du hast mir sehr geholfen. Smile



Gruss, Udo
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Tobias
Verfasst am: 11.03.2011, 17:58 Antworten mit Zitat
GAU - Größter anzunehmender User Anmeldedatum: 21.01.2006 Beiträge: 291
Ich finde das auch eine interessante Frage. Gerade die GEPA konzentriert sich ja auf das Hochpreis- und Hochqualitätssegment mit Produkten, die fair und bio sind. Ich sehe aber auch wie PrittStift das Problem, dass die Produkte dadurch noch teurer werden. In den Medien ist immer wieder die Rede davon, dass Produkte aus Fairem Handel eben etwas teurer seien, aber man diese dafür mit gutem Gewissen kaufen kann. Bei näherer Betrachtung ist dieses "etwas teurer" dann aber meistens doch etwas sehr viel teurer.



Sicher gibt es Kunden, die fair+bio kaufen und bereit sind, dafür auch zu bezahlen. Genau so gibt es aber auch Kunden, die wir nicht mehr erreichen, wenn Sie erst einen Aufpreis für bio und dann noch Aufpreis für fair bezahlen sollen und im Ergebnis unsere Produkte doppelt so viel kosten wie beim konventionellen Händler nebenan.





Wenn Kunden die Transportfrage ansprechen, ziehe ich meistens das Argument mit dem Honig ("Deutsche Imker können die Nachfrage gar nicht abdecken"*), ich muss aber zugeben, dass es auch Produkte gibt, bei denen ich die Sinnhaftigkeit auch in Frage stelle. Ich denke da beispielsweise an den GEPA-Getreidekaffee aus Gerste. Deutschland ist der drittgrö?te Gersteproduzent der Welt (habe ich gerade bei Wikipedia gelesen), ist es da wirklich notwendig, dass Gerste aus Bolivien und Peru für den Getreidekaffee verwendet wird?





*Nachtrag: ich habe gerade einen Supermarkt-Honig "Wald-Honig" in die Hände bekommen, da steht im Kleingedruckten "Herkunft: Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EG-Ländern" - das Argument dass auch konventionell gehandelter Honig importiert wird, stimmt also weiterhin.
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